Zwei Engel und drei KünstlerInnen

September 15, 2016 § 8 Kommentare

… das Staunen über den Mann und die Frau hat mich zum Menschen gemacht.“*

 

ins-leben

Dieser nicht endende (Spät)Sommer euphorisiert. Und als reichte das noch nicht, bescherte der gestrige Tag (Wieder)Begegnungen der besonderen Art. Aus Anlass der Verleihung des Max-Herrmann-Preises an Wim Wenders zeigte die Staatsbibliothek zu Berlin seinen Film „Der Himmel über Berlin“. Vor meinen Augen entfaltete sich das Westberlin der Vorwendejahre und versetzte mich in die Zeit zurück, als ich in dieser Stadt neu war und Fuß zu fassen versuchte. Durch die Schwarzweiß-Brille der beiden Engel blickte ich auf ein Stück eigene Vergangenheit, nostalgisch entrückt und beinahe so entfernt vom Jetzt wie die Gegenwart der Filmhandlung vom unbewohnten Urstromtal, das dieser Ort einst war und zu dem der Film den Zeitbogen zurück schlägt. Im Anschluss an die Vorführung ging es von der Staatsbibliothek mit ihrer weitverzweigt schwingenden Lesesaalandschaft – ein zentraler Ort im Film übrigens – weiter nach Moabit zur Ausstellung „Novellen“. Acht Künstlerinnen und Künstler zeigen dort Bilder in erzählenden Kontexten. Zwei von ihnen – Phyllis Kiehl alias Madame TT und Sebastian „schneckinternational“ Rogler sind mir seit Jahren bekannt durch ihre spannenden Blogs, und nun ergab sich im Rahmen einer abendlichen Begleitveranstaltung zur Ausstellung erstmalig die Gelegenheit zur persönlichen Begegnung. Ein bisschen war das so, als ginge man seit Jahren in einem Wohnzimmer ein und aus, ohne auch nur ein einziges Mal der Bewohnerin begegnet zu sein. Und eines Tages tritt sie plötzlich zur Tür herein…  Berührend, zwei so sympathischen, herzlichen Menschen zu begenen, zu denen sich als dritter der Schriftsteller Alban Nikolai Herbst gesellte, dessen exorbitant umfangreiches und einzigartiges Blog „Die Dschungel“ ich regelmäßig mit Gewinn und Vergnügen lese.  Er moderierte eine schöne Veranstaltung, die durch die Fülle ihrer Programmpunkte Intellekt, Augen, Ohr, und Gaumen gleichermaßen bespielte. Eines der ausgestellten Bilder, eine wunderbare Arbeit in Öl von Sebastian Rogler, diesem Meister der gekonnt sparsamen Setzung, wird demnächst in meinem Wohnzimmer hängen. In echt. Ich freu mich.

 

* Der Engel Damiel in „Der Himmel über Berlin“

nota bene: das oben wiedergegebene Bild ist nicht das im Text erwähnte Bild von Sebastian Rogler.

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