Blau, Grün, Grau

April 19, 2016 § 2 Kommentare

Hat ein Schöpfer, wenn es ihn denn gibt, die Welt verstanden, die er erschaffen hat? Muss ein Künstler verstehen, was er abbildet? Ein Gemeinplatz ist die Vorstellung, Kunst generiere Erkenntnis, der Künstler wolle sich und uns die Welt erklären. Aber ist es nicht so, dass, je unverholener der Künstler uns etwas mitteilen will, je aufdinglicher sein Anliegen ist, desto platter wird die Kunst? „Muss ich verstehen, was ich zeichne?“ fragt, erfrischend unkonventionell, der Künstler Matthias Beckmann*. Als Zeichner begibt er sich an ausgewählte Orte und zeichnet, was er sieht. Jedoch erklärtermaßen ohne den Anspruch, die abgebildeten Dinge zu verstehen. Allerdings zeigt er uns in seinen detailreichen Konturzeichnungen die Welt, wie er sie sieht. Als ein abstraktes Gebilde, in dem alles gleich wertig ist. In diesem Sinne denke ich, dass ein Bild einfach ein Teil der Welt ist, die wir betrachten können. Ich setze mich am Salzhaff ins Schilf und blicke aufs Meer. Ich gehe in ein Museum und betrachte ein Bild. Das ist das gleiche. Was sich meinem Auge bietet, kann mit Bedeutung aufgeladen werden – oder auch nicht. Da spielt es keine Rolle, ob das Meer ein Teil der mich umgebenden Natur ist, oder gebundene Pigmente auf Leinwand. Nochmal Beckmann: „Man könnte auch einfach von einem Vergnügen am Sehen sprechen.“

 

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* In: Barbara Lutz-Sterzenbach, Johannes Kirschenmann (Hrsg.): Zeichnen als Erkenntnis. München 2014, S. 143 ff.

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