„Anonyme Zeichner“

Mai 22, 2015 § 2 Kommentare

Da zeichnet und malt man seit Jahren fleißig, findet das ein oder andere Ergebnis  ganz manierlich – und kommt dann doch ganz unverhofft in Schwierigkeiten, wenn eine Zeichnung – nein: d i e Zeichnung ausgewählt werden soll für ein garnicht dilettantisches Projekt. Die Künstlerin Anke Becker wählt seit 2006 jährlich rund 700 Zeichnungen aus, die ohne Nennung der Künstlerin (Frauen lassen sich durch die von Anke Becker gewählte rein männliche Form doch hoffentlich nicht abschrecken)/des Künstlers ausgestellt werden und zu einem Einheitspreis von 200 Euro angeboten werden. Erst wer sich zum Kauf verpflichtet, erfährt, von wem die Zeichnung stammt. Ein vortreffliches Konzept, das den Hype um große Namen radikal in Frage stellt und die Betrachtung und Bewertung von Kunst wieder an das Publikum zurück gibt. Was gefällt m i r ? Welche Kriterien für ein gelungenes Bild lege i c h an? Ist mir m e i n Urteil 200 (oder, sollte sich ein Vertreter der globalen Hochfinanz in die Austellung verirren: 120 Millionen) Euro wert? Als ich davon erfuhr, war klar, dass ich eine Zeichnung einschicke. Aber welche? Letztendlich entschied ich mich dafür, eine neue anzufertigen. Und hier ist sie … nicht. Sie soll ihren Stapellauf natürlich in der Ausstellung bekommen – so es klappt. Stattdessen eine Tänzerin, mit der ich mich zugleich in einen einwöchigen Urlaub verabschiede. Bis dann!

Akt bewegt woeiu6

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