Krieger

Mai 6, 2015 § 7 Kommentare

Als Dilettant denkt man ja schnell: ich male ein Bild. Aber so ist es eigentlich nicht.  Der Vorgang verläuft in geradezu entgegengesetzter Richtung: Das Bild malt mich. Zwar beginne ich, gebe auch wohl eine Richtung vor, forciere gelegentlich gar – doch das Bild macht was es will, es geht eigene Wege. Setze ich zum Beispiel einen Pinselstrich in, sagen wir: oxydrot, vielleicht mit  weiß drin, und in der Bewegung nehmen die Pinselhaare noch etwas Kreidestaub mit, so bekommt das Etwas auf dem Papier/der Leinwand unvermittelt einen völlig neuen Dreh, der Ausdruck kippt in eine ungeahnte Richtung. Erstaunt bis begeistert gehe ich dem nach, nehme auf was die Farbakkumulationen mir zu sagen beginnen. So kann das immer weiter gehen, und nicht selten lockt mich das Bild in die Irre, in eine Sackgasse. Dann ziehe ich den Egoknüppel und übermale einfach mit Weiß. Zack. Aus. Manchmal aber lege ich verblüfft den Pinsel aus der Hand mit dem Gefühl, Zeuge geworden zu sein bei der Geburt eines Objekts, das jetzt in der Welt ist und mich berührt. Einfach so. Herrlich.

 

Portrait slekjfl Krieger

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