Den Kopf frei malen…

Juli 23, 2013 § Hinterlasse einen Kommentar

Bei brillantem Wetter ergab sich am Wochenende an einem kleinen Sandstrand an der Havel inmitten des Grunewalds ein Gespräch über meinen malerischen Ansatz. Ich erklärte, durch unablässiges Zeichnen eine Art automatisierbarer Fertigkeit im figürlichen Darstellen erlangen zu wollen. Wäre irgendwann ein bestimmtes Niveau erreicht, so würde ich alles Erlernte über Bord werfen, freien Impulses folgend einfach drauflos malen, und könnte mich darauf verlassen, dass die geübte Hand per se eine Sicherheit anatomischer Verbildlichung verbürgte. So etwas in der Art hatte ich gesagt, die bereits tief stehende Sonne brannte auf Hirn und Körper, und eine Pause entstand. Nach einer ganzen Weile meinte meine Begleiterin: Klingt ziemlich verkopft. Meine durch das landschaftliche und auch sonstige Setting romantisch verklärte Gestimmtheit trübte sich ein. Ich war ja angetreten, mich malend zu befreien. Von verkopften Grübeleien und selbstreferentiell verschwurbelter Hirnakrobatik. Ich wollte malend die Handbremse meines Lebens lösen und losbrausen. Ins Ungewisse. Ins Unbekannte. Mich selbst entdecken. Und nun, ich wähnte mich bereits ein gutes Stück vorangekommen auf diesem Weg, das Urteil. Verkopft. Nun, dachte ich, manchmal ruft man eben die Geister, die man loswerden will. Hier half es freilich ungemein, die Geister aus  einem so klugen, hübschen Kopf zu vernehmen.

An der Havel

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