November 20, 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Um den vor Jahren verstorbenen Kunsthändler Heinz Berggruen ist eine Kontroverse entbrannt. In einem prominent platzierten Artikel der SZ griff Stephan Speicher Vorwürfe auf, die den Kern einer soeben veröffentlichten Berggruen-Biografie ausmachen. Die FAZ wittert eine Kampagne, Leser der SZ, größtenteils mit Berggruen persönlich bekannt, stimmen ein. Von den gegen den Sammler erhobenen Vorwürfen wäre für mich der einzig relevante, dass in Paris und New York viel Geld durch Bilderverkäufe am Fiskus vorbei erzielt wurde. Auf den Punkt „Steuerhinterziehung“ wird in den emotionalen Reaktionen aber, soweit ich sehe, gar nicht eingegangen. Und genau hier kommt nun auch der Sohn Nicolas ins Spiel (die Anschuldigung der FAZ, der Sohn werde in „Sippenhaft“ genommen, ist natürlich abstrus), denn selbstverständlich darf man fragen, wo das ganze Geld für seine unternehmerischen Aktivitäten denn her kommt, und unter welchen Umständen es verdient wurde. Der Punkt Steuerhinterziehung ist für mich zentral, weil die vielbeklagte Misere öffentlicher Mittel nicht nur eine Folge gewachsener Ansprüche und überzogener Erwartungen ist, sondern auch der zunehmenden Unfähigkeit des Staates, die ihm zustehenden Mittel einzutreiben. Es ist aber seine Aufgabe, Entwicklungen zu steuern, die letztlich allen zu gute kommen, insbesondere im Bereich Bildung und Kultur. Die stillschweigende „Privatisierung“ dieser Aufgabe durch überzogenes Mäzenatentum dient der Heroisierung von Einzelpersonen zu Lasten einer Wahrnehmung der öffentlichen Hand als Garant für die Zukunftsfähigkeit eines Landes. Wie die Rolle Berggruens in diesem Kontext zu sehen ist, weiß ich nicht, aber nachfragen kann man ja mal…Also, wie auch immer die Sache ausgeht, ich halte mich an physiognomische Fakten, und da hatte der Mensch was zu bieten:

Heinz Berggruen

Heinz Berggruen

Die Vorlage entnahm ich der SZ, die auch dem Niedergang der T-Aktie einen Artikel widmete und ihn dankenswerterweise mit einem Bild Manfred Krugs aus der Zeit seiner Werbekampangne für die Telekom illustrierte, für mich Gelegenheit zu dieser Handstudie plus Gesicht aus interessanter Perspektive:

Dann hat es mir das Foto eines kleinen Jungen angetan:

Soweit monochrome Zeichnungen für heute. Die Farbtöpfchen blieben aber auch nicht trocken:

Und dann  ließ ich das geliebte Schmierpapierformat hinter mir und versuchte mich an Gesichtern auf größeren Formaten:

ggg

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