Oktober 6, 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Der menschliche Körper, bekleidet oder unbekleidet, steht im Zentrum abendländischer Malerei. Ein unerschöpfliches Faszinosum, abzubilden im Spannungsfeld zwischen biologisch fixierter Proportion und individueller Abweichung. In der Berliner Ausstellung „Gesichter der Renaissance“ ist derzeit schön zu sehen, wie im 15. Jahrhundert das Bedürfnis nach gesellschaftlicher Repräsentation der ökonomischen Elite den Blick auf das Individuum derart schärft, dass die Maler nicht nur genau hinschauen, sondern Mittel finden, das Antlitz des Menschen präzise auf den Bildträger zu bannen. Für mich ist Rogier van der Weydens Portrait des Franceso d’Este Höhepunkt der Ausstellung. Einfach unbegreiflich, wie die mikroskopisch brisante Schärfe der Details in der Summe ein solch lebendiges Antlitz hervorzubringen vermag. Der dilettantische Mensch des 21. Jahrhunderts (wenn er nicht gerade Anita Albus heißt) begibt sich freilich nicht auf das Terrain van der Weydens, sondern kleckst fröhlich drauf los und freut sich, wenn die Rückseite des Schmierpapiers mitmischt beim Finden der Konturen:

Oder den Körper beschriftet:

Dieser junge Herr hat ein unbekanntes Ziel:

Während diese beiden sich gefunden haben:

und hier hab ich noch mal versucht, den jubelnden Fußballer auf seine Körperdynamik zu reduzieren:

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